Was ist Neurofeedback?

...Feedback

Menschen können fast alles erlernen. Voraussetzung ist aber, dass eine Rückkopplung (= Feedback) zwischen dem Gewollten und dem Erreichten besteht. Wir könnten nicht Fahrrad fahren lernen, wenn wir eine Schräglage nicht spüren könnten.

Die meisten Funktionen in unserem Körper und Geist hingegen können wir nicht direkt wahrnehmen und auch nicht bewusst beeinflussen, sie werden praktisch automatisch gesteuert. Wenn nun eine solche Funktion nicht mehr richtig mag oder gar ganz ausfällt, gibt es kaum eine Möglichkeit, diese zu trainieren, weil ja kein direkter Einfluss vorhanden ist. Hier kommt "Bio-Feedback" zur Anwendung.

Mit Biofeedback wird die zu trainierende Grösse mit geeigneten Geräten gemessen und den zur Verfügung stehenden Sinnen 'gezeigt'. In der Regel werden optische oder akustische Feedbacksignale verwendet.

Beispiel Inkontinenz: Wenn der Schliessmuskel nicht mehr so richtig funktionieren will, kann er kaum direkt zum besseren Arbeiten motiviert werden, weil er nicht gespürt wird. Die Funktion kann aber mit einer Sonde gemessen werden (Bio-) und dem Patienten gezeigt werden (-Feedback). Dieses einfache Verfahren ermöglicht dann das direkte Training des Muskels.

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EEG Gehirnströme beim Neurofeedback

Das gleiche gilt für unser Gehirn und heißt dort Neurofeedback. Wir können praktisch keine der vielen Funktionen wirklich direkt spüren oder beeinflussen. Eine Depression is da oder nicht da, sie direkt beeinflussen ist nicht wirklich möglich. Hier kann nun Biofeedback in Form von Neurofeedback zum Einsatz kommen. Eine sehr direkte und gleichzeitig sehr einfache Methode, etwas über die Vorgänge im Gehirn zu erfahren, ist die Messung der Gehirnströme, des EEG (ElektroEnzephaloGramm).

Obwohl das Aufnehmen der millionstel-Volt grossen Gehirnsignale auf der Kopfoberfläche zu vergleichen ist mit einem Mikrophon, das man an der Aussenseite eines grossen Bürogebäudes anbringt, ist die Information, die man so erhält, ausreichend, um das Gehirn oder Teile davon in einen Biofeedbackkreislauf zu bringen und zu trainieren.

Beispiel Aufmerksamkeit: Wer in der Schule nicht aufpasst, bekommt das früher oder später zu hören oder zu spüren. Leider immer viel zu spät. Im EEG können kurze Phasen der Unaufmersamkeit sofort detektiert und zurückgemeldet werden. Bis zu 2000 mal in einer Neurofeedback-Trainingssitzung. Über die Zeit lernt das Gehirn, den aufmerksamen Zustand zu halten.

Ziel des Neurofeedback-Trainings ist, dass das Gehirn lernt, einen angemessenen Zustand einzunehmen und diesen auch halten zu können. Wir sagen auch, mit Neurofeedback wird die Selbstregulierungsfähigkeit des Gehirns verbessert.

Und nochmals zu dem Bürogebäude: Wenn der Chef der tausend Leute, die darin arbeiten, sich beklagt, dass es in dem Büro einfach zu laut zugeht, alle nur herumschreien und trampeln, könnte man ja mit eben dem Mikrofon an der Aussenseite messen, wie laut es gerade ist und immer dann, wenn es mal gerade leiser ist, schöne Musik in die Lautsprecheranlage des Gebäudes einspeisen. Mit der Zeit würden sich alle ans leiser sein gewöhnen und diesen Zustand auch nach Abschluss des Trainings aufrecht erhalten.

Wie sieht Neurofeedback praktisch aus?

Das typische Umfeld einer Neurofeedback-Behandlung

Kernstück des Neurofeedback ist das Feedback. In der Regel werden intuitive Methoden verwendet, wie zum Beispiel ein Video, von dem man ganz automatisch möchte, dass es läuft. Ein Computer wertet die von einem hochempfindlichen Verstärker aufgenommenen Gehirnwellen aus und lässt das Video nur dann laufen, wenn die Gehirnwellen voreingestellte Kriterien erfüllen.

Die rasante Entwicklung der Computertechnik der letzten zehn Jahre ermöglicht heute auch deutlich komplexere Feedbackmethoden, wie Computerspiele, die in mehreren Eigenschaften gleichzeitig von der Hirnwellenanalyse in Echtzeit gesteuert werden.

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Zusätzliche Allgemeine Infos über Neurofeedback (Externer Link zur Wikipedia)